Eisenstoffwechselstörung

Eisenüberladung oder Eisenmangel?

Eisenstoffwechselstörungen können Eisenüberladung (Hämochromatose) oder Eisenmangel sein. Die Beschwerden sind zum Teil sehr ähnlich. Eine Spezialtherapie, die Doppelerythrozyten-Apherese, bringt Hämochromatose-Betroffenen Erleichterung. Bei Eisenmangel bringen Eiseninfusionen eine rasche und genügende Aufsättigung.

Wie kommt es zu Eisenüberladung bzw. Eisenmangel?

Eine Eisenüberladung (Hämochromatose) macht sich nur langsam, oft über Jahrzehnte, bemerkbar und wird meist nur zufällig entdeckt. Sie kann genetisch bedingt sein oder auch durch häufige Bluttransfusionen bei Blutkrankheiten und extremen Alkoholkonsum entstehen.

Eisenmangel kommt häufig vor bei jüngeren Frauen mit starker und häufiger Menstruation, während und nach einer Schwangerschaft („Schwangerschaftsdepression“), aber auch bei Männern (z.B. bei Burnout) und Kindern von eisenarmen Müttern kann er auftreten. Auch regelmässiges Blutspenden, diskrete Darmblutungen, eine schlechte Eisenresorption durch Verdauungsstörungen oder eine eisenarme Ernährung bei Vegetariern können Ursachen für einen Eisenmangel sein.

Wie wird eine Eisenstoffwechselstörung diagnostiziert?

Die Beschwerden bei Eisenüberladung und Eisenmangel sind zum Teil sehr ähnlich: unerklärte Müdigkeit, Leistungsschwäche über Monate bis Jahre, depressive Zustände und Reizbarkeit, Konzentrations- und Gedächtnisstörungen, Kopfschmerzen und Schwindel, Herzklopfen und Herzrhythmusstörungen, Schlafstörungen, Gelenkschmerzen, Muskelschmerzen.

Durch eine umfassende Anamnese und die entsprechenden Laboruntersuchungen stellen wir eine genaue Diagnose. Die Ergebnisse und Behandlungsmöglichkeiten werden ausführlich besprochen, bevor die entsprechende Behandlung eingeleitet wird.

Behandlungsmöglichkeiten im Parkresort Rheinfelden:

Um Folgeerkrankungen zu verhindern, muss das überschüssige Eisen aus dem Körper entfernt werden. Dies ist in Einzelfällen mit Tabletten möglich, die das Eisen umwandeln, sodass es ausgeschieden werden kann. Die einfachste Behandlung jedoch ist der Aderlass. Dadurch werden rote Blutkörperchen, die den eisenhaltigen roten Blutfarbstoff tragen, entfernt. Für deren Nachbildung wird Eisen aus dem Eisenvorrat im Körper benötigt. Um den Eisenspeicher und die Ablagerungen in den Organen zu leeren, sind Aderlässe in wesentlich kürzeren Abständen als beim normalen Blutspenden nötig.

Eine neue, besonders effiziente Therapie ist die Doppelerythrozyten-Apherese, ein Aderlass mittels einem Gerät, das unter Rückgabe der Blutflüssigkeit und zusätzlichem Volumenersatz eine grössere Menge roter Blutkörperchen aus dem Blut entfernen kann. Auf diese Weise ist es möglich, dass der Patient nach anfangs monatlichen Anwendungen längere Aderlass-Pausen einlegen kann (Apherese 1 bis 2mal pro Jahr).

Durch Tabletten oder Tropfen kann zwar eine Normalisierung des Hämoglobins (roter Blutfarbstoff) erreicht werden, aber der Ferritinspiegel (Speichereisen) steigt nur in wenigen Fällen genügend. Sehr oft führen Eisenpräparate im Magen/Darm zu Schmerzen, Verstopfung und Unwohlsein und werden deshalb kaum genügend lange eingenommen. Die effiziente Eisenzufuhr wird daher meist als Infusion gegeben, weil dadurch eine rasche und genügende Aufsättigung möglich ist. Zudem ist innert kurzer Zeit klar, ob eine andere Störung als Ursache der meist unspezifischen Symptome gesucht werden muss.

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